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Karin Richner im Gespräch mit dem Netzmagazin

Sich mit dem Gedanken zurechtfinden, Autorin zu sein.

Soeben wurde Karin Richners erster Roman «Sind keine Seepferdchen» veröffentlicht. Dem Netzmagazin hat sie gesagt, wie es dazu gekommen ist, wie sie sich jetzt fühlt und wie es weitergeht. 
Von Magdalena Pfaffl.

Das Netzmagazin: Du hast soeben deinen ersten Roman «Sind keine Seepferdchen» veröffentlicht. Wie fühlt sich das an? 
Karin Richner: Ich habe gemischte Gefühle. Einerseits ist es die Erfüllung eines Traumes, andererseits muss ich mich erst noch mit dem Gedanken zurechtfinden, auf einmal Autorin zu sein. 
War «Sind keine Seepferdchen» dein erster Roman? Wie lange hat es gedauert, bis du einen Verlag dafür gefunden hast? 
Ja, es ist mein erster Roman. Einen Verlag habe ich eigentlich relativ schnell gefunden, innerhalb weniger Monate. 
Und wie lange hat es überhaupt vom ersten Anschlag bis zum fertigen Buch gedauert? 
Ich habe während ziemlich genau acht Wochen am Manuskript geschrieben, daneben aber als Lehrerin gearbeitet. Die Arbeit mit der Lektorin Ulrike Frank hat natürlich auch noch viel Zeit gebraucht, verteilt über einige Monate. 
Wie wird es jetzt weitergehen? Planst du eine Lesereise? Wo wirst du zu sehen sein? 
Zuerst findet die Vernissage statt, anfangs März. Dann werde ich an den Solothurner Literaturtagen lesen, an der BuchBasel und am Literaturfestival in Innsbruck. Viel mehr steht noch nicht an. 
Was war für dich die Motivation, einen Roman zu schreiben? Wolltest du schon immer «Autorin» werden? 
Ich habe eigentlich schon als Kind gewusst, dass ich eines Tages Autorin sein werde, daran habe ich nie gezweifelt. Schreiben ist für mich eine Notwendigkeit, ein innerer Drang. 
Möchtest du noch unveröffentlichten (Jung-)Autoren irgendetwas mit auf den Weg geben? 
Das ist schwierig, weil ich selbst noch ganz am Anfang stehe. Vielleicht das: Sich nie entmutigen zu lassen. 
Wird es vorerst bei «Sind keine Seepferdchen» bleiben, oder planst du bereits deinen nächsten Roman? 
Den zweiten Roman habe ich bereits begonnen, ich habe schon vor, weiter zu schreiben. 
«Sind keine Seepferdchen» behandelt eine sehr traumatische Erfahrung, den Verlust eines Geschwisters. Warum hast du dich für dieses Thema entschieden? Was ist dir besonders wichtig daran? 
Einen nahestehenden Menschen kann man auf verschiedene Arten verlieren, die unter Umständen genauso einschneidend sein können wie die endgültigste Form der Trennung, der Todesfall. Dieses Thema war für mich persönlich in den letzten Jahren sehr zentral, deshalb handelt auch der Roman davon. 
Hast du literarische Vorbilder? Wenn ja, welche? 
An vielen verschiedenen Autoren faszinieren mich verschiedene Aspekte ihres Erzählstils. Es gibt keine einzelnen Vorbilder für mich. 
Du studierst unter anderem Deutsch an der Universität Basel. Von namhaften Kollegen, wie etwa Andreas Eschborn, hört man immer wieder, ein Deutsch-Studium sei mit dem Schreiben nicht vereinbar. Wie stehst du dazu? 
Ich habe nur zwei Semester lang studiert, dann habe ich das Studium abgebrochen. Zu diesem Statement kann ich nur sagen, dass es im Bezug aufs Schreiben wohl keine absoluten Wahrheiten gibt. 
Möchtest du (potenziellen) Lesern deines Romans noch irgendetwas sagen? 
Es würde mich freuen, wenn viele das Buch lesen und natürlich weiter empfehlen, wenn es ihnen gefällt. 
Danke, das du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast, und ich wünsche dir noch Alles Gute für «Sind keine Seepferdchen» und deine weitere literarische Karriere! 
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