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Aus dem Französischen von Barbara Heber-Schärer und Claudia Steinitz.
Originaltitel: La Cire perdue, erschienen 2009 bei Bernard Campiche Editeur.
Erscheint: März 2010
»Herrreinspaziert, meine Damen und Herren, kommen Sie näher, betreten Sie das Zelt! In diesem Monat März des Jahres 1492 wird Ihnen der weit herumgekommene Gaukler Hardouin DAS DING offenbaren, einen jugendlichen Hermaphroditen in einer mit Spiritus gefüllten Glasflasche.«
Mit Schule der Gaukler, im Frühjahr 2009 auf Französisch erschienen, hat Olivier Sillig einen äusserst mutigen und in allen Farbtönen schillernden Roman geschrieben, der die Jahrmarktswelt des ausgehenden Mittelalters heraufbeschwört, dabei aber auf verblüffend subtile Art, wie immer wieder in seinem bisherigen Werk, einen Aspekt seiner Auseinandersetzung mit sexuellen Identitäten thematisiert. Hier geht es auch um die (Grenz)Frage der Beziehungen zwischen Erwachsenen (Hardouin, dem häretischen Gelehrten und Gaukler) und Kindern/Jugendlichen (Juan und Tiécelin, seinen Schützlingen).
Liebe Leserinnen und Leser, treten Sie ein in die wundersam phantastische Welt der Schule der Gaukler. Lassen Sie sich erzählen, wie dieses DING bei einem denkwürdigen Kartenspiel von Hardouin gewonnen wurde. Wie der seinen Assistenten Tiécelin als Kind vor dem sicheren Tod gerettet hat. Auf den Spuren der Abenteuer von Hardouin und Tiécelin begegnen uns die Wahrsagerin Grand Macabre, die das wahre Leben des Hermaphroditen erfinden wird, wir hören der Geschichte von Juan zu, der mit Kolumbus nach Westindien fuhr, vor unserem Auge taucht der zarte Ritter Delphin auf, ein Nachfahre Jeanne d’Arcs, mit seinem furchteinflößenden Knappen und nicht zuletzt:
Vorhang auf für die Schildkröte Carolingine.
Willkommen in der barock beschriebenen Welt der Schule der Gaukler, die uns von der Hafenstadt Lissabon über Puy en Vézelay am Jakobsweg hinein in den Karneval von Venedig und bis nach Isfahan an der Seidenstrasse führt. Einer Welt im Übergang vom Mittelalter zur Renaissance. Einer Welt, in der Geschlechterrollen aufbrechen, einer Welt auch ohne Gott, in der der Mensch allein ist und selbst die Verantwortung für sein Tun und Treiben übernehmen muss.
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