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Home  / Die Autoren im bilgerverlag  / Simon Froehling

»Es zieht einem mit analytischem Sog in diesen Liebesroman. Immer klarer werden die Geschichten, immer unklarer, ambivalenter und komplexer das Geschehen. Das Erzählen des Geschehenen, muss man sagen. Denn über allem steht auch die skeptische Frage: Was geschieht, wenn wir anfangen, uns Geschichten zu erzählen? Wie kann ich heute überhaupt noch eine Geschichte erzählen? (...) Es sind Leute von heute, die Froehlings Texte bevölkern, was sie umtreibt, sind die Fragen der Zeit. Grosse Fragen, grosse Sehnsüchte – aber keine Pathetik. Simon Froehlings Sprache lässt sich von ihren Themen nicht sprengen. Es ist eine kunstvoll rhythmisierte, nahezu ins lyrische überformte, dabei ganz schlichte Sprache. Sie speist sich aus urbanen Gegenwarten; wie auch der trockene Witz der Texte, in LANGE NÄCHTE TAG etwa in der umwerfenden Yoga-Szene. Es gibt die aussertextuelle Verankerung (man darf sich einen urbanen Raum zwischen Zürich und Berlin vorstellen, in LANGE NÄCHTE TAG wird man die eine oder andere Zürcher Location wiedererkennen) – doch erschöpft sich das Interesse nicht darin. Nicht ums Abbild geht es in seinen Texten, sondern ums Zeichen. Es wäre manches zu sagen über Froehlings Liebesroman. Über Körperlichkeiten. (...) Über Wiederholung und Verknappung, die Fokussierung in der Redundanz, minimale Verschiebungen, die neue Inhaltsräume öffnen: Immer scheint Froehlings lakonische Sprache auf der Suche nach der maximalen Reduktion; und meist ist dies knappe Reden auch ein Aneinandervorbeireden, Zeichen für eine durchgängige Kommunikationsunfähigkeit, unter der Simon Froehlings Figuren leiden und an der sie zugrunde gehen. Alle reden aneinander vorbei; alle verpassen sich.« Andreas Klaeui, THEATERheute

»Der Dramatiker Simon Froehling debütiert mit einem Aidsroman: einem packenden Dokument über Schwulensex und Liebe, die nach Leben schreit. (...) Der australisch-schweizerischer Doppelbürger mit Wohnsitz in Zürich und Berlin hat bislang vor allem als Theaterautor gewirkt. Nun debütiert der 32-Jährige mit dem Schwulenroman LANGE NÄCHTE TAG, der die Selbstfindung und Selbstauflösung zum Thema hat: Eros und Thanatos – Liebe und Tod. Seinen Protagonisten Patrick lässt er dabei zwischen zwei Erzählebenen des Erinnerns hin und her changieren, mit ein und demselben Ziel: Verstehen, weshalb es so weit kommen konnte. (...) Starke, realistische Szenen wechseln mit reflexiven Momenten und Wunschfantasien.« Anna Wegelin, WoZ, Die Wochenzeitung

»Gerade hat ihm sein neuer Freund gestanden: Ich habe mich bei einem One-Night-Stand mit HIV infiziert. Die Rosa-rote Brille ist auf einen Schlag zerschmettert, die Beziehung steht auf der Kippe. Werden es die beiden schaffen, trotzdem wieder zueinander zu finden? Brutal und zärtlich zugleich ist der Debütroman des jungen schweizer Autors Simon Froehling. LANGE NÄCHTE TAG erzählt davon, wie nahe Liebe, Hass und Selbstverachtung beieinander liegen können.« www.radioeins.de

»Wie Simon Froehling dieses Chaos in Patricks Kopf beschreibt, dass hat mich wirklich sehr bewegt. (...) HIV ist ja immer noch nicht heilbar und Simon Froehling beschreibt hier sehr realistisch, wie sich auch die Gespräche der Beiden ändern und dadurch natürlich auch ihre Beziehung. (...) Vergessen oder Verdrängen, das geht hier wirklich überhaupt nicht. (...) Es ist ein sehr wichtiges Thema und klischeehaft wird es auch deshalb nicht, weil Froehling eben sehr treffend die Schwulenszene in Zürich beschreibt, ohne in seinem Buch ein moralisches Urteil zu fällen. (...) Der Titel LANGE NÄCHTE TAG trifft sehr gut diese Parallelwelten, in denen viele Schwule unterwegs sind, auch hier im Buch Patrick und Jirka. (...) Diese schwule Liebe wird sehr intensiv beschrieben, und trotzdem, finde ich, geht es in diesem Buch auch um etwas ganz universelles – egal ob jetzt Homo oder Hetero, Froehling zeigt einfach, wie unterschiedlich Menschen lieben und dass sie vor allem eins wollen: glücklich sein. Ganz egal auf welchem Weg sie dieses Ziel auch erreichen mögen.« Boris Kullick, Radio Eins (RBB)

»Patrick und Jirka sind um die 30, als sie sich kennenlernen. Nach einer gemeinsamen Yogastunde verbringen sie ihre erste Nacht miteinander. (...) Vieles in diesem Text kreist um diese Nacht, welche die beiden aneinander binden wird: In der Patrick sich davonstiehlt. (...) Später steht die Ansteckung von Patrick durch Jirka im Raum. Damit ist das Feld jener Handlung abgesteckt, welche sich beständig und als innerer Zusammenhalt durch den Text zieht. Von dieser Ebene aus operiert Simon Froehling mittels kurzer Passagen, harter Schnitte, changiert in Sprache, Erzählperspektive und Zeit. (...) LANGE NÄCHTE TAG ist kein Buch über Aids; ein wenig, könnte man sogar meinen, habe diese Krankheit von ihrem einstigen Schrecken verloren. (...) LANGE NÄCHTE TAG ist aber auch kein Buch über die Liebe, selbst wenn der Untertitel das behauptet, denn es ist dieses komplizierte Konstrukt aus Krankheit und vermeintlicher Schuld, das Patrick und Jirka zusammenhält: Liebe ist es nicht. Aber es ist ein gutes Buch, eines über Sehnsucht, Einsamkeit, Distanz, über Krankheit und Körperintegrität, die Zerstörung von Schönheit; vielleicht auch über den Tod, das Loslassen-Können und der damit verbundenen Angst vor Verlust.« Jürgen Lagger, Die Presse

»Simon Froehlings literarisches Debüt spielt zwar sehr explizit in der Homosexuellenszene – ist dabei jedoch eindeutig mehr als ein ‚Szeneroman’, da es mit feiner Symbolik von universellen seelischen und sexuellen Traumata erzählt. Ein gelungener Erstling. (...) Besonders gut hat Froehling das ‚Vorgestellte’, von dem (Orhan) Pamuk spricht, da in eine kohärente Form gegossen, wo sich Vergangenheit und Gegenwart in Rückblenden durchdringen. LANGE NÄCHTE TAG ist ein existenzialistisches Kammerspiel für zwei, grenzt an eine Parabel. Nicht zufällig hat Froehling den schönen Satz ‚Herein, ich habe mich aufgehängt’ aus Albert Camus‘ ‚Die Pest’ seinem Buch als Widmung vorangestellt. (...) Wie bei (Alan) Hollinghurst, wo Schönheit und Verderbtheit spiegelbildlich nebeneinander stehen, macht der Kontrast von Zärtlichkeit und Brutalität die Anziehungskraft von LANGE NÄCHTE TAG aus. Und Froehlings suggestive Sprache treibt den spannenden Plot voran.« TITEL Kulturmagazin, Ingo Arend

»LANGE NÄCHTE TAG erzählt in zurückhaltendem Ton von einer Amour fou unter Männern, von Aids und Darkrooms. Literarische Glanzlichter gelingen dem Autor, wenn sich sein Ich-Erzähler an die Kindheit erinnert. (...) Froehling verzichtet auf Begründungen, er skizziert bruchstückhaft das Leben zweier Schwuler, die manchmal zart, manchmal brutal umeinander ringen. Nähe und Distanz wechseln wie Angst und Zukunftseuphorie. (...) Über weite Strecken findet Froehling zu einem zurückhaltenden, leisen Ton; stark ist er in der genauen Schilderung einzelner Szenen – hier ist immer auch der Dramatiker am Werk. Besonders ausgeprägt ist dies in den collageartig eingefügten Kindheitserinnerungen und in den Rückblenden auf die nahe Vergangenheit. In wenigen Sätzen gelingt es Froehling, die Familienverhältnisse seines Ich-Erzählers bildstark zu umreissen.« Sandra Leis, Basler Zeitung





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