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Leseproben
Aus «Liliane und Damian. Die ersten vierzehn Tage der Liebe» von André Vladimir Heiz.
«Sie spielen mit der Sprache. Eine Sprache, die voller Verführungen ist. Voller Beziehungen. Voller Möglichkeiten.
Voller Beziehungsmöglichkeiten. Eine Sprache, die sich alles zugesteht. Auch das, was sie selbst nicht versteht. In der Sprache und mit der Sprache beschwören sie die Leibhaftigkeit aller Gegenwart. Als Einstimmung. Als Vorbereitung. Als Droge. Hymnisch, elegisch, poetisch ausgesprochene Gegenwart: Du.»
Aus «Lanze Langbub» von Roger Monnerat.
«Von unten her kam die Nacht und fragte gereizt: «Warum rufst du mich?» Die Nacht und der Schlaf stritten sich von alters her, wer wen erfunden hatte. Wer rannte brauchte keine Beine, und die Frage, was Blinde in ihren Träumen sehen, blieb ohne Antwort.
Das flache Land hielt den Atem an, und die Berge darin waren Häfen.»
Aus «Din-A» von Kristin T. Schnider.
«Liebe Amalie, wie Sie wissen müssten — haben Sie meine Briefe je gelesen, genau gelesen —, ist es mir eigentlich völlig egal, was sie wirklich wissen oder wissen sollten, und besonders gleichgültig ist, was Sie über mich zu wissen glauben, was Sie wissen müssten, vielleicht wirklich wissen.»
Aus «Gräber? Aber eine Randvoll» von Albert Jörimann.
«Wir leben im Zoo. In uns’eignen Ausstellung betrachten wir nicht sowohl die Bauern als auch uns selber respektive den Bauern in uns. Wie er eggt und pflügt! Sät. Schon öffnet der Bauer die Stalltür&tritt in den warmen Dung abgekegelter Pferdeäpfel. Schon sitzt er am Stammtisch&putzt die Zähne mit Schinkenhäger. Schon yodelt es in mir: Dung, dumpf, dämlich. Stumm. Stumpf. Verschämft.»
Aus «Zählweisen: Regeln des Tennisspiels» von Elisabeth Wandeler-Deck.
«Was nicht in Ordnung ist, kann nicht in eine Ordnung hinein erzählt werden. Sein plötzliches schüchternes Lächeln, sein Jackenknopf, an einem Faden hängend, seine unverwechselbare Art, Briefmarken aufzukleben.»
Aus «Homers Odyssee» von Hans Gygax.
«So leben wir Kreaturen zwischen Geburt und Tod, Tod und Geburt, Hiersein Dortsein, Dortsein Hiersein, und beides ist Beides; Sterben Irrfahren, Geborenwerden, Geborenwerden, Irrfahren, Sterben. Und alles, alles, was auch immer geschehen mag, sei es auf dem soliden Boden der Realität, sei es auf dem unsoliden Gewässer der Pararealität: Glück oder Unglück, Gemach oder Ungemach, Buch oder Unbuch: es hat seinen Anfang und folglich auch seinen Schluss. SCHLUSS.»
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