Nichts ist so wie es ist

Am 16. Juli 2001 feierte der weit herum beliebte und viel gelesene Schriftsteller seinen 70. Geburtstag: Hans Manz. Sein Werk, von Kindern und Jugendlichen geliebt, von Erwachsenen ob seiner Sprachvirtuosität geschätzt, gibt seinem literarischen Schaffen eine neue Richtung. Kostproben gabs an einem Literaturfestival in Berlin, am «Würfelwort Komma Dampf» in Leukerbad - seither zählt Thomas Kapielski zu seinen grossen Fans - und im Literaturhaus Zürich, wo er zum erstenmal eine Erzählung aus «Nichts ist so wie es ist» las. Erstaunen, Begeisterung, Lust auf mehr. Zehn Variationen eines «subversiven, ironischen, unheimlichen» Blickes auf Menschen und die Bruchstellen in ihrem Leben zeigen einen Hans Manz in blendender Form. Ich würde mich nicht wundern, wenn ...

Wie ein Lichtkegel richtet ein mit allen Wassern der Sprachvirtuosität und des Wissens um Verhaltensmuster gewaschener Autor seinen Blick auf bestimmte, ganz und gar unerwartete Lebenssituationen, Bruchstellen im Alltag, Irritationen der Wahrnehmung. Schwachstellen seiner Protagonistinnen und Protagonisten, jahrelang kaschiert, werden urplötzlich offengelegt. Diese verlieren den Boden unter den Füssen. Und dann ist nichts mehr und ist es nie mehr wie es war und was es war. Hyperrealismus und irreales Flackern bestimmen die (vergeblichen) Versuche, das Wahrnehmungsspektrum wieder ins Lot zu bringen. Komisch, tragikomisch, tragisch enden die Geschichten. Hans Manz hat die milde, mit Zuneigung seinen Helden gegenüber versehene Haltung aufgegeben. Da ist das Herausfallen aus dem Leben, wenn man alt ist; die Verstrickung in heillose Ambivalenzen im Umgang mit Fremden; das Leben als Tanz auf dem hohen Seil; das Verspottetwerden beim sich Freuen am kleinen Glück. Die kleinen und grossen Fluchten enden im vordergründig Geheimnisvollen. Und sie hallen nach in der Phantasie der Leserinnen und Leser, die in diesen Geschichten einem Erzähler auf die Spur kommen, der sein Alterswerk mit der Verve und Unverfrorenheit eines jungen Debütanten angeht und der dort trifft, wo es am meisten wehtut: auf der Piazza der vermeintlichen Sicherheit.

Tausend Zöpfchen - Septembernebelchen - Der Hochsitz - Mit Verdacht - Der Anruf - Kilometer 59 - Der Stock - Alp - Der Makel - Farce

Hans Manz: Nichts ist so wie es ist
sFr. 29,00
ISBN 978-3-908010-57-9

10 fatale Alltagsgeschichten, 112 Seiten, gebunden